Entspricht im Rother-Führer Etappe 45
Nicht nur wir und unsere Garderobe sind frisch gespült, auch der Himmel hat sich in der Nacht reingewaschen. Perfektes Timing, die gestrige Etappe im Nebel war voll ok, doch heute gehts wieder in alpine Höhe.
Beim feudalen Frühstück erwischen wir bereits eine erste Nase voll Schnaps, denn die Mini-Zwetschgen sind bereits am Gären.


Ein langezogener, dafür recht sanfter Aufstieg entlang dem rauschenden Fluss ‚Varaita di Bellino‘ wirkt versöhnlich und genussvoll. Die Natur ist eher wieder karger, doch die noch gelebte Alpwirtschaft zeichnet auch ein schönes Bild. Mit dem erfrischenden Wind bleiben wir recht cool, aber er ist nicht immer hilfreich und bläst in die falsche Richtung.

Ein erster Blickfang bildet die Rocca Senghi, ein immenser Felsbrocken, der aus dieser Perspektive wie am Steilhang angeklebt wirkt.


Unser Gastgeber Otto überholt uns plötzlich im Auto, er hilft mit, eine Kuhherde eine Stufe höher zu treiben. Ein schönes Bild, immerhin auf Augenhöhe. Der Nachteil sind versch…… Wege, ein altbekanntes Wort in Klingenfuss‘ Ohren.


Je höher wir steigen, umso mehr Gipfel erscheinen in allen Richtungen. In unserer Gehrichtung ähneln die Konturen den Dolomiten und im Rücken thront nochmals der mächtige Monviso. Doch mit der zunehmenden Distanz wird er langsam kleiner, so ein bisschen wie ein Schrumpfberg.





Die heutige Tour ist nochmals recht einsam, bestimmt ist es dann im Val Maira wieder belebter. Es ist das einzige Bergtal im Piemont, in welchem die Abwanderung gestoppt werden konnte dank dem Tourismus.

Auf dem Passo di Bellino erreichen wir mit 2800 MüM den höchsten Passübergang auf diesem Wanderblock. Dem kurzen Aufstieg auf den Monte Bellino können wir nicht widerstehen, fast ein geschenkter Gipfel mit tollem Rundumblick. Die Wolken umkreisen wie so oft den Monviso, hüllen ihn komplett ein und lassen ihm dann wieder ein paar Gucklöcher. Ein spannendes Schauspiel.



Der Abstieg führt auf unbequemen Wegen und ist nicht weniger anstrengend, steil und steinig. Wer legt denn immer so viele Steine in den Weg? Die einmaligen Ausblicke in die Berge und in Richtung Tal haben jedoch eine versöhnliche Wirkung und wir gewinnen rasch an Tiefe. Für einmal wollen wir nicht erst um 17 Uhr beim Posto Tappa ankommen.




Der Wind lässt langsam nach, die Temperaturen steigen. Wir haben schon darauf spekuliert, dass unsere T-Shirts wie ungebraucht bleiben. Doris wagt tatsächlich nochmals einen Taucher im Fluss Maurin in absolut genialer Kulisse, doch Gruppenzwang funktioniert für einmal nicht.

Es fehlt nur noch eine Gehstunde auf der Kiesstrasse bis zum Campo Base, ein idealer Ausgangspunkt für Bergferien mit mehreren Möglichkeiten zur Besteigung von 3000ern.

Die Liegestühle laden zum Ausruhen ein und die Blogs schreiben sich auch nicht mit KI, also doch nochmals Arbeit!

Fazit des Tages: wer rastet rostet nicht so schnell

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