Entspricht im Rother-Führer Etappe 39 und teilweise 40
Die Foresteria Massello ist wirklich eine tolle Adresse, geht hin und geniesst es!

Der Senior des Hauses fährt uns wie vereinbart nach dem üppigen Frühstück zurück nach Ghigo di Prali, wo wir um 8.30 Uhr zuerst noch etwas der wenig befahrenen Strasse folgen und dann schon bald links abbiegen und von der Hauptbühne verschwinden.
Wir haben uns für die östlich führende Wanderroute entschieden, diejenige ohne Sessellift und mit vielen Höhenmetern. Ein Tag wie selbstgezeichnet ist in den Startlöchern.


In Ghigo ist heute die Hölle los, es ist ‚Domenica‘, die Autos reihen sich gut erzogen in Reih und Glied. Aber kaum steigen wir ein in unseren Wanderweg, so sind wir wieder recht einsam unterwegs. Der Gigi von Arosa ist unser treuster Begleiter und summt uns immer wieder den Songtext über den italienischen Skilehrer-Gigolo ins Ohr.

Die 1000 HM können wir mehrheitlich durch einen Lärchen-Märchenwald gehen, an Wasserfällen vorbei und die üppige Vegetation übertrumpft sich gegenseitig in ihrer Schönheit.



Auf dem Colle Giulian öffnet sich ein neues Blickfeld, der Monviso kommt immer näher. Aber für uns noch nicht sichtbar, denn er ist bereits in Wolken gehüllt, wie so oft.

Nun folgt der Abstieg nach Villanova, nicht mehr so romantisch sondern oft auf Alpstrassen mit unglaublich vielen Kehren, welche wir immerhin zwischendurch schneiden können. Und es heizt immer mehr.

Auf der grossen Alpe Giulian springen nicht nur Kühe herum sondern auch viele teilweise schreiende Kinder. Hoffen wir auf Alpnachwuchs, denn in Italien ist die Landwirtschaft deutlich weniger subventioniert als in der Schweiz und deshalb auch viel seltener.


Gemäss Rother wäre in Villanova Etappenziel für heute. Bei unserer Ankunft denken wir an einen Grossanlass, jedes letzte Plätzchen ist mit einem Fahrzeug besetzt. Beim Flüssigkeitsregenarionshalt im Post Tappa erfahren wir, dass heute ein normaler Sonntag sei. Na dann Prost!

Für uns gehts jetzt nochmals 500 HM aufwärts, wir haben unser Etappenziel mit dem Rifugio Jervis etwas verlängert. Der Weg führt dem wild-romantischen Fluss ‚Torrente Pellice‘ entlang, allerdings rudern wir gegen den Strom. Ganz Turin kehrt vom Wochenendausflug in den Bergen zurück in die Stadt. Oder hat auf der Hochebene ‚Conca del Pra‘ ein Fussballspiel stattgefunden und alle sind vom Calcio auf dem Heimweg? Auch das wäre durchaus möglich.

Die Sommerhitze hat nun auch diese Ecke von Europa erwischt und wir gönnen uns einen Wellness-Halt im Fluss: die Abkühlung im frischen Pellice kühlt unsere Körper wieder auf Betriebstemperatur.

Als wir beim Refugio ankommen, kehrt schon langsam Ruhe ein und wir staunen von der Terrasse aus in den Kessel hinein mit dieser riesigen Ebene und den hohen Bergen als Begrenzung.


Und da es auch hier zur Auswahl ‚nur‘ Halbpension und keine Frühpension gibt, entscheiden wir uns für diese. Doch wir lernen und kapitulieren nach den Antipasti und dem Primo, sonst passen wir dann eines Morgens nicht mehr in die Hose.

Fazit des Tages: ein Hoch auf die GTA mit all ihren Facetten!

1 Kommentar
Reini · Juli 11, 2023 um 07:28
Wacker waaarm, auch bei Euch?!!
Nah-Grill-Erfahrung 😎so eine Wortschöpfung.
GglG