Entspricht im Rother-Führer Etappe V45
Die Luft ist frisch heute Morgen, angenehm und wohltuend. Auch die Nebelschwaden haben sich verdünnisiert und unser erster Wandertag steht unter einer strahlenden Sonne. Obwohl, erste Herbstgefühle steigen in uns hoch und es wird uns bewusst, dass heute in vier Monaten Heiligabend ist.
Wir verlassen unsere dunkle Übernachtungshöhle und steigen nochmals zurück nach Celle hoch. Obwohl wir auf 1’700 MüM sind, staunen wir über die wachsenden und gedeihenden Pflanzbereiche. Bio ohne Label.


Das ebenfalls vegane aber ausserordentlich kreative Frühstück im ‚L’Iero d’Eima’ lässt uns gestärkt in die 1. Etappe der diesjährigen GTA starten.

Zuerst folgen wir dem Tallauf in Richtung Po-Ebene leicht abwärts und kommen nochmals durch sehr schöne und gut erhaltene Dörfer.

Die gewonnene Tiefe müssen wir uns jedoch wieder zurück-verdienen. Der Aufstieg auf den Colle della Bicocca ist freundlich angelegt aber dennoch müssen die Höhenmeter durch den lichten Mischwald erklommen werden. Der Monviso beobachtet uns schmunzelnd aus höheren Gefilden. Bei hohen Temperaturen bestimmt noch schweisstreibender.

Oben angekommen sind wir plötzlich wieder in guter Gesellschaft, eine alte Militärstrasse erleichtert dieses Unterfangen für viele Naturfreunde.

Von hier halten wir in Richtung Elva, zu Beginn noch der belebten und auch von MTB‘s gut frequentierten Kiesstrasse, doch bald können wir auf Wanderwegen eine Diretissima benutzen.



Ein Mungg in der Pubertät Mitten im Stimmbruch-Umbruch versucht seine Aufermksamkeit mit seinen Pfiffen auf uns zu lenken.
Bereits kurz nach Mittag sind wir im äusserst authentischen und gut erhaltenen Dörfchen Elva. Es ist Samstag und die Italiener auf Stadtflucht. Ein Jazz-Konzert ist im Anflug, die Kirche mit den Fresken ist geöffnet und auch das Haarmuseum (Museum di pels oder Pelzmuseum) macht für einmal keine Zimmerstunde. Unsere beiden Herren können dem Museum leider keine Haarpracht anbieten, wo nichts ist da gibts auch nichts.
Ab dem späten 18. Jahrhundert bis Mitte 20. Jahrhundert haben sich die Einwohner von Elva (nicht zu verwechseln mit der Insel Elba, eher eine andere Insel) ein Zusatzeinkommen durch das Erstellen von Perücken mit Echthaar generiert. Dazu sind sie durch Italien gereist und haben den Frauen ihr langes Haar abgekauft. Die daraus entstandenen Perücken haben sie den vermögenden Herrschaften verkauft.


Elva lädt zum Verweilen ein, wir sind ja nicht auf der Flucht. So gönnen wir uns einen gut gekühlten Gerstensaft im Bärengraben. Die Leute kommen und gehen und wir bleiben beobachtend und lachend sitzen.

Zu unserem Etappenort in San Martino fehlen uns noch rund 2 Wanderstunden, ein instagramfähiges Fotosujet halbiert die verbleibende Wegstrecke nochmals.


Im Hintergrund grollt der Donner, wir sind nach wie vor grolllos und zielgerichtet unterwegs und erreichen das absolut tolle Centro Culturale Borgata in San Martino inferiore leicht verschwitzt aber total entzückt. Wir sind zwar die einzigen GTA-Wanderer aber einige deutsche Wochenferiengäste als Wiederholungstäter lassen sich hier auf mehreren Ebenen verwöhnen. Für uns gehts Morgen wieder weiter, hoffentlich stecken auch noch ein paar Hightlights in der Pipeline für die nächsten Tage.



Fazit des Tages: Ohne Schweiss kein Preis

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2 Kommentare
Trudi Bruderer · August 26, 2024 um 10:40
Hallo Sonja und Thomas
Ich bin immer noch Fan von euch und natürlich von euern Abendteuern. Die Fotos und die tollen Einträge, die ihr für uns Daheimgebliebenen zur Verfügung stellt, sind einfach spitze. Ich freue mich schon auf die kommenden Etappen-Fotos.
Alles Gute und viel Spass Trudi
Maike · August 25, 2024 um 22:03
Hi, Daumen hoch für eure interessanten/amüsanten/informativen Blogbeiträge.
Ich selber (64) musste dieses Jahr leider passen… bin bisher die Etappen bis Quincinetto und ab Terme di Valdieri bis Ventimiglia gelaufen. Mir fehlt sozusagen der „Mittelteil“.
Freu mich schon auf die nächsten Berichte.
Viele Grüße aus HH und euch weiter viel Spaß
Maike