Entspricht im Rother Führer mehrheitlich Etappe 62
Ist das noch im Traum oder schon Realität? Ein Fenstersims mit einem Kuchenbuffet zum ‚prima colazione‘ mit Blick auf eine friedliche Bergwelt. Und heute sind auch erstmals keine Gewitter prognostiziert. Tatsächlich Realität!

Gut aufgezuckert gehts recht spät los im Rifugio la Terza, zurück zur Militärstrasse. Diverse Ausblicke verkürzen den Weg, das Gipfelduett von vorgestern zeigt Dominanz, die Statue am Skilift übt sich in Geduld und der Enzian auf dem 9-Uhr-Gipfel hofft auf Endlichkeit.




Das Skigebiet ist schon länger nicht mehr gefragt, Schneemangel in Folge der Klimaerwärmung und Sturheit der Bevölkerung lassen grüssen. Woher kommt uns das so bekannt vor?
Dem kurzen Aufstieg folgt bald ein sanfter Abstieg im Hang, eher ungewöhnlich mit einem Abstieg in den Tag zu starten, normalerweise gehts zuerst einfach mal 1000 HM obsi.
Wir sind jetzt auf der Alta Via Monti Liguri unterwegs, ein neues Projekt? Die GTA ist nun Teil davon.

Wir sind sehr einsam unterwegs, andere GTA-Wanderer oder überhaupt Wanderer treffen wir bis anhin keine. Einerseits schätzen wir die Einsamkeit aber die Begegnungen mit anderen Weggefährten fehlen diesmal schon sehr, so viele lustige und einmalige Erinnerungen begleiten uns auch auf diesem Abschnitt. An dieser Stelle ein herzliches ‚ciao a tutti nostri amici della GTA‘!
Nach dem tiefsten Punkt des Tages gehts dann auch wieder moderat aufwärts, mehrheitlich auf Kiesstrassen. Zum Glück ohne Verkehr. Die Luft hat deutlich abgekühlt, perfektes Timing für unseren Einmarsch am Meer, denn es fehlen nur noch 3 Wandertage.

Die Strada del Sale haben wir nun definitiv verlassen, sie zeigt sich nur noch als Spur auf unseren verschwitzten T-Shirts. Zum Glück konnten wir der befahrenen Strasse mehrheitlich ausweichen, dieser motorisierte Abschnitt aus früheren Jahren wurde benutzt, um Waren zu transportieren, vor allem auch Salz.
Da wir nur eine kurze Tour vor uns haben, nehmen wir auch noch einen Gipfel mit, den Monte Grai. Und endlich schaffen wir das Wanderziel: der Enzian wird leer. So ein Glücksgefühl. Doch wir befürchten, dass Thomas heimlich in der Nacht aus einem unergründlichen Vorrat wieder auffüllt…


Der letzte Abstieg des Tages beginnt und wir werden mit vielen ungebuchten Extras belohnt: ein erster Blick aufs Meer, Lavendelduft, Balkanlilien in rot (alles was uns an unsere Wanderungen im Balkan erinnert ist immer mit höchster Emotionalität verbunden, rational total unbegründet).




Und dann bei der Ankunft im Rifugio Allavena auf dem Colle Melosa heisst es wie immer: Prioritäten setzen! Heute und eigentlich immer geht es so: Bier vor Dusche!

Fazit des Tages: Jedes Tüürli ein Pläsüürli

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