Entspricht eigener Etappe anstelle Rother-Führer Etappe 61
Wir möchten heute eine eigene Variante über den Grenzgrat wandern anstelle des Übergangs zum Skidorf Monesi di Triora.
Brutto tempo ist angesagt, gemäss der Chefin vom Locanda d‘Upega. Uns schreckt aber eher der Gedanke ab, dass der Weg mit seinen alten Militärstrassen als Rallye-Pisten genutzt werden könnte.
Wir sind aber optimistisch gestimmt und entscheiden uns für die Variante über den Grenzgrat.

Nach einem kurzen Abstecher durch das Dorf Upega verlassen wir das bewohnte Gebiet über einen steilen pfeifengeraden Direktanstieg durch den Wald. Der zermürbende Anstieg mit der Feuchtigkeit des vorabendlichen Gewitters in der Luft entlockt unseren Poren all unsere Körpersäfte. Phantasien mit Sessellift und Getränkehalter mit kühlem Bier schwirren in unseren Köpfen.

Nach 500 HM endlich eine Abflachung des Weges und das Wandervergnügen geht jetzt los. Bis zum Grenzpass Colla Rossa verwöhnt uns der Weg mit sanftem Anstieg und abwechslungsreicher Flora. Was könnte diese Idylle noch trüben? Fliegenschwärme machen Doris und Thomas halb irr, haben die beiden das falsche Duschmittel erwischt?


Auf dem Pass werden unsere Erwartungen mehr als erfüllt, Blicke zurück auf unsere gestrige Etappe und Tiefblicke in die französischen Täler.

Huch, was versteckt sich denn hier im Gras?

Der Wolf ist mittlerweile auch im südlichen Alpenraum wieder heimisch und hinterlässt direkt an der Grenze seine Markierungen.

Wir gehen beruhigt weiter über den Grenzgrat, denn die kleinen Knochenreste im Kot sind bestimmt nicht jene eines GTA-Wanderers.

Ab jetzt folgt ein sehr angenehmer Weg über alte Militärpfade bis zum Rifugio Terza und dies ohne den befürchteten motorisierten Verkehr. Den Cime Missoun, unseren Tageshöchspunkt mit 2356 HM, nehmen wir mit, denn unser Enzian aus dem Flachmann muss ja mal weg.


Bei der Mttagsrast üben wir parallel zum Essen ein wenig Wolkenkunde.
Die Wolken mehren sich nun zügig, erst sind wir über den Wolken und summen dazu … muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Bald schon türmen sich erste Cumuluswolken über uns und der frische Wind aus Frankreich bringt immer neuen Nachschub.


Und dann stecken wir mitten im Nebel, weshalb wir kurz vor dem Ziel auf die Rallye-Piste ausweichen, um einem nahenden Gewitter zu entkommen.


Und auch heute passt das Timing, mit trockenen Füssen treffen wir in unserer ersten ligurischen Hütte, dem Rifugio Terza ein.

Nach einem erfrischenden Bier und zwei Plättli mit Salame e Formaggio setzen wir uns in die wärmende Gaststube und dann passierst. Blitz und Donner im Gleichklang zerstören mit einem heftigen Knall die Solaranlage und alles wird dunkel. Wir sitzen wie erstarrt am Tisch und der erste Gedanke geht an eine explodierte Gasflasche oder einen Terroranschlag. Zum Glück gibt’s Entwarnung, der Blitzschutz hat die Hütte und uns verschont und Dank Generator gibts auch weiterhin Strom.
Das Rifugio Terza wurde frisch renoviert und überzeugt mit ihrer stilvollen Ausstattung und Top-Aussicht. Leider wird das Essen und teils auch die Getränke im Einweggeschirr serviert, sehr schade.

Fazit des Tages: Über, inmitten oder unter den Wolken, die Freiheit ist dort wo das Herz tanzt

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2 Kommentare
Bettina · Juli 7, 2025 um 13:23
Hoi zäme!
Ich freu mich jede Tag uf oien Bricht und d Fotene! Mini täglichi chliini Flucht! Gnüsseds!
Herzlichi Grüess Bettina
Andreas · Juli 7, 2025 um 06:11
Guten Morgen an alle aus Köln. Mit Spannung verfolge ich eure diesjährigen Etappen, danke für die schönen Fotos. Das Rifugio la Terza mit den top renovierten Zimmerchen hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, als ich im letzten Jahr dort war. Das Rifugio Garelli hatte ich im letzten Jahr wegen der Gewittergefahr und der langen Etappe ausgelassen und bin über das Rifugio Don Barbera in Richtung Rif. la Terza gewandert, das war ebenfalls sehr schön. Euch noch viel Spaß auf der Tour, Andreas.